ISON – Kandidat für einen „Jahrhundertkometen“

Im September 2012 wurde der Komet Ison von zwei Astronomen in Weisrußland und Russland entdeckt. Ison weist bereits erste Kennzeichen dafür auf, daß seine Sichtbarkeit in Sonnennähe spektakulär sein wird. Die maximale Helligkeit des Kometen könnte die des Vollmondes übertreffen, allerdings auf einer kleineren Fläche konzentriert als auf der Vollmondscheibe. Dieses Erscheinungsbild läßt Vermutungen anstellen, daß es sich bei Ision um einen „Traumkometen“ handeln könnte.

Es gibt eine realistische Chance, daß dies tatsächlich eintreffen wird: zum einen war Ison (benannt nach dem International Scientific Optical Network, in dem die Entdecker Artyom Novichonok und Vitali Nevski Mitglieder sind ) als er zum ersten mal gesehen wurde, noch fast 600 Millionen Meilen (965 Mio. km ) von der Sonne entfernt und auch weit jenseits der Umlaufbahn des Jupiter. Das ist ungewöhnlich weit für einen Kometen, um bereits entdeckt werden zu können: diese interplanetaren Trümmerteile halten sich in der Regel in den eisigen Welten jenseits des Neptun auf und sind mehr oder weniger unsichtbar, bis die Wärmestrahlung der Sonne beginnt, das Eis zu verdampfen und mit dem Staub von ihren Oberflächen die lichtreflektierende Koma zu bilden. Das läßt sie größer erscheinen,als sie wirklich sind.

Die Tatsache, daß Ison bereits so frühzeitig erkennbar ist bedeutet, er kann ziemlich groß – vielleicht einige Kilometer im Durchmesser sein – was bedeutet, daß wenn er sich am 28 November 2013 der Sonne auf weniger als 1,6 Millionen Kilometer nähern wird, seine Struktur robust genug sein wird, um ein Auseinanderbrechen zu vermeiden, das bei kleineren Kometen unweigerlich statt findet. Und wenn er die Sonnennähe unbeschadet übersteht, wird Ison den Nachthimmel in der nördlichen Hemisphäre vom Dezember 2013 an bis in den Januar des Folgejahres hell erleuchten.

Quelle

Übersetzung: Ulf R.