Künstler hat sich für eine Arbeit 550.000 Kronen vom Museum geliehen – jetzt ist das Geld weg

„Wo ist unser Geld, Jens?“, fragte Lasse Andersson.

Der Direktor des Aalborg Art Museum Kunsten, Lasse Andersson, rief gestern den Künstler Jens Haaning an und stellte ihm genau diese Frage. Der Künstler hatte die Vereinbarung, die er mit dem Kunstmuseum getroffen hatte, nicht eingehalten.

Ursprünglich sollte der 56-jährige Künstler ein früheres Werk nachgebaut haben und lieh sich dafür vom Museum über 550.000 Kronen.

Die Arbeit sollte das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Dänen und eines Österreichers zeigen. Konkret sollten etwa 328.000 Kronen und 25.000 Euro in physischen Banknoten ordentlich in separaten Glasrahmen aufgereiht werden, um ein dänisches um ein österreichisches Durchschnittseinkommen im Laufe eines Jahres darzustellen.

Stattdessen erlebten das Museum und seine Mitarbeiter eine Überraschung, als sie das Werk gestern erhielten. Die 550.000 Kronen waren weg, stattdessen hatte das Museum einen weißen Bilderrahmen mit dem Text: „Nimm das Geld und renne“ – nimm das Geld und renne.

Außerdem befinden sich auf der Leinwand kleine Markierungen, die den Eindruck erwecken, daß einige Geldscheine gewesen sind. Heute eröffnet die neue Ausstellung »Work it out«, die das Individuum im modernen Arbeitsmarkt untersucht und hinterfragt. Und auch wenn die Arbeit von Jens Haaning nicht das war, was das Museum erwartet hatte, findet Lasse Andersson, daß es dennoch in die Ausstellung passt. Trotzdem vermisst er die 550.000 Kronen, die das Museum dem Werk geliehen hat.

„Es ist eine ganzheitliche Arbeit, die auf die Ausstellung verweist, aber ich vermisse das Geld, das er sich geliehen hat“, sagt Lasse Andersson, der auch betont, daß das Museum einen Vertrag mit Jens Haaning abgeschlossen hat, der sagt, daß das Museum spätestens am 14. Januar 2022 das geliehene Geld wieder zurückgezahlt sein muß.

Gleichzeitig räumt der Museumsdirektor ein, daß Künstler manchmal Werke „auf den Kopf stellen“, aber: „Natürlich ist es ein Problem, wenn er das Geld nicht zurückzahlen will“, sagt Lasse Andersen. „Aber jetzt haben wir einen Vertrag, also frage ich mich, ob er ihn garantiert“, sagt er.

Allerdings weiß die Kunst immer noch nicht, wo die 550.000 Kronen sind. Lasse Andersson sagt, daß Jens Haaning erklärt hat, daß er das Geld selbst als Gehalt behalten werde, weil er ein neues Werk für das Museum geschaffen hat.

Dies konnte Berlingske jedoch nicht bestätigen.

Berlingske hat auch versucht, einen Kommentar des Künstlers Jens Haaning zu bekommen, aber es war leider nicht möglich bis zum Einsendeschluss für den Artikel. Die Ausstellung »Work it out« ist vom 24. September 2021 bis zum 16. Januar 2022 im »Kunsten« in Aalborg zu sehen.

Quelle